Start Berichte Wesenstest
Wesenstest PDF Drucken

 

Wesenstest am 25.04.09, Bericht von Ingrid-Marie Thies


Basdahl, Bremervörde, 25.April 2009, 9.30h:


Drei Rüden und vier Hündinnen stehen bei sonnigem Wetter schwanzwedelnd am Start, um die Menschheit von ihren inneren Werten, den Wesensqualitäten zu überzeugen.

Die sieben Favoriten mit Namen Finley, Faro, Rufus, Lucy, Lila, Deliah und Jule konnten ganz entspannt auf die bevorstehende Prüfung blicken, denn eine an das Revier angrenzende Stichstraße trug sicher nicht umsonst den Namen „Hundesegen“. Das wunderschöne Revier, welches das Geschehen mit seinem grünen Blätterdach schützte und uns vor praller Sonneneinstrahlung bewahrte, bot besonders für das ein oder andere sanddünengewöhnte Hundetier eine spannende Kulisse. Die ersten guten Eindrücke bestätigten sich, als wir eine freundliche Begrüßung durch unsere Sonderleiterin und Organisatorin Michaela Stolzenberg und unseren Wesensrichter Ruggiero Calfa erfuhren.


Letzterer hatte noch einen Anwärter auf das Amt des Wesensrichters mit im Gepäck (Hans-Hermann Sangen), der quasi „bei Fuß“ die gesamten Abläufe begleitete und später auch einige Anweisungen für uns gab.

Nachdem wir kurz über die Abläufe aufgeklärt wurden, konnte das erste Labi-Mensch-Gespann mit den Aufgaben beginnen. Was dem ersten oder zweiten Teilnehmer als eher unfreiwilliges Missgeschick passierte, führte zu einer Art Nachahmungsverhalten der weiteren Prüflinge, die ebenfalls beim Ballwurf (Beute- und Bringtrieb) den Wagen unseres Richter als begehrtes Zielobjekt empfanden. Die Werfer ernteten einen vorwurfsvollen Blick ihres vierpfötigen Partners, da das Erreichen des sich unter dem Auto befindlichen Balles nur durch

  • a) den Einsatz eines Wagenhebers oder


  • b) durch das Umparken des Vehikels möglich schien.


  • Letztere Variante wurde als die sinnvollere erachtet und der Wagen bekam einen neuen Standort.

    Weitere Erkenntnisse über die Vorlieben unserer Hunde konnten auf dem Parcours bei der Überprüfung der Sicherheit gegenüber optischen und akustischen Reizen gewonnen werden: wenn das Wesen des Labis etwas mit dem von Kindern gemein hat, dann zeigte sich das deutlich, als einige doch eher walduntypische und lässig an den Bäumen lehnende Stofftiere ins Spiel kamen, die auf Beachtung warteten.


    Als ganz klarer Favorit ging da ein sonnenbebrillter Pinguin hervor, dem fast alle hundlichen Teilnehmer ein hohes Maß an Attraktivität bescheinigten. Dann hatten wir noch das Thema: „verdächtige Person“ oder auch die „Gespensternummer“. In unserem Fall hatte sich unser Gespenst in einen tarnfarbenen, wallenden Regenumhang mit Kapuze gehüllt und sich erwartungsvoll zwischen die Bäume gestellt oder gehockt. Fast alle schwarz- oder gelbbefellte Kandidaten zeigten eine von Unbehagen geprägte Reaktion auf ihr Gegenüber, befanden aber bei näherer Beschnüffelung, dass doch offensichtlich keine Gefahr im Verzug war. Bis dato bleibt ungeklärt, inwieweit die Hunde den modischen Aspekt der Aufmachung für fragwürdig hielten. Dem geneigten Leser wird spätestens jetzt aufgehen, dass dieser Wesenstest viel Spaßmachte und von Humor begleitet war, so dass sich bei den meisten Teilnehmern eine anfängliche latente Nervosität schnell verflüchtigte.

    Nicht für alle Labis war die Tagesform ideal, so dass leider ein Team die Prüfung nicht bestehen konnte.


    Zwei weitere Kriterien für das dennoch gute Gelingen unserer Zusammenkunft waren die sehr leckere Kaffee- und Kuchenverpflegung und ein absolut souveräner zugewandter Richter, der sich bei den Beurteilungen die Mühe machte feine Nuancierungen vorzunehmen und sich sowohl humorvoll als auch gelassen zeigte. Letzteres kam mir persönlich zu Gute, als mein Hund nach einem kurzen Intermezzo in einem Waldschlammloch den Richter ansprang und seine Kleidung mit einem „Jack Wolfskin“ -Print versah. Wie war das noch? Ach ja: für einen Labrador ist die nächste Schlammpfütze das hundliche Äquivalent für ein Wellnessbad im Thermalwhirlpool. Als auch das letzte Team die Wesensprüfung hinter sich gebracht hatte und von allen Seiten unzählige Fotos zur Dokumentation gemacht waren, winkte gegen 14.30h ein netter gemeinsamer Abschluß im „Kluster Hof“.


    Zum Schluß noch einmal einen herzlichen Dank an Sandra Opitz, die die Durchführung des Wesentestes in diesem tollen Revier ermöglichte.

    Ingrid Marie Thies